Thema · Schrauben & Gewinde
Schrauben und Gewinde: die Grundlagen mit Zahlen
Wie ein Gewinde aufgebaut ist, was Regel-, Fein-, Zoll- und Rohrgewinde unterscheidet, was 8.8 oder A2-70 auf dem Schraubenkopf bedeutet, warum sich Schrauben lösen und welcher Bohrer ins Kernloch gehört. Jede Zahl mit Quelle.
Grundlagen
Das metrische ISO-Gewinde
Seit 1963 gilt das metrische ISO-Gewinde als Basis für eine weltweit einheitliche Normung der mechanischen Verbindungselemente wie Schrauben und Muttern.1 Sein Profil hat einen Flankenwinkel von 60°.1
- Steigung P ist der Abstand von einem Gewindegang zum nächsten. Beim Regelgewinde M8 sind es 1,25 mm.12
- Regelgewinde haben für jeden Durchmesser eine feste Steigung; die Bezeichnung nennt nur den Durchmesser, etwa M10 (Steigung 1,5 mm).1
- Feingewinde haben beim selben Durchmesser eine kleinere Steigung, die in der Bezeichnung steht, etwa M8×1. Für M8 nennt Reyher die Feinsteigungen 1, 0,75 und 0,5 mm und empfiehlt die erste.1
- Linksgewinde bekommen den Zusatz LH, zum Beispiel M20×80 LH.1
- Andere Gewinde, andere Winkel: Whitworth-Gewinde haben 55°, metrische Trapezgewinde 30°.1
Gewinde messen
Fünf Maße beschreiben ein Gewinde
Reyher zeigt am Gewindeprofil fünf Messpunkte: den Außendurchmesser, der zugleich das Nennmaß ist, den Flankendurchmesser, den Kerndurchmesser, die Steigung und den Flankenwinkel. Bei der Schraube heißen die Durchmesser d, d2 und d3, bei der Mutter D, D2 und D1. Geprüft wird das Außengewinde mit Lehrringen, Flankenmikrometer oder optischem Messgerät, das Innengewinde mit Lehrdornen.3
- Eine M8-Schraube ist nicht 8 mm dick. In der üblichen Toleranz 6g liegt ihr Außendurchmesser zwischen 7,760 und 7,972 mm; das Muttergewinde in 6H beginnt bei 8,000 mm.3
- Schraube und Mutter haben verschiedene Kerndurchmesser. Bei M8 misst der Kern der Schraube 6,272 bis 6,438 mm, der Kern der Mutter 6,647 bis 6,912 mm. Fürs Kernloch zählt der Wert der Mutter.23
- 6g und 6H sind der Standard für Schrauben und Muttern ohne oder mit dünnem galvanischem Überzug. Für dicke Überzüge oder mehr Spiel empfiehlt Reyher 6e und 6G.3 Die Zahl steht für die Breite des Toleranzfelds, der Buchstabe für seine Lage; kleine Buchstaben gelten für Außen-, große für Innengewinde.3

Beispiel M8
Grenzmaße in mm
| d | Außen-Ø Schraube (6g): 7,760–7,972 |
|---|---|
| d2 | Flanken-Ø Schraube: 7,042–7,160 |
| d3 | Kern-Ø Schraube: 6,272–6,438 |
| D2 | Flanken-Ø Mutter (6H): 7,188–7,348 |
| D1 | Kern-Ø Mutter (6H): 6,647–6,912 |
Auswahl aus ISO 965-2, zitiert nach Reyher, Tabelle 4.3

| Gewinde | Beispiel | Winkel | Norm | Typische Anwendung |
|---|---|---|---|---|
| M Regelgewinde | M 20×80 | 60° | ISO 724, DIN 13-1 | allgemein |
| M Feingewinde | M 20×2×80 | 60° | ISO 724, DIN 13-2 bis 13-11 | wenn die Steigung des Regelgewindes zu groß ist |
| UNC, UNF | 3/4-10 UNC, 3/4-16 UNF | 60° | ASME B1.1 | Zollgewinde nach US-Normen |
| G | G 3/4 | 55° | ISO 228-1 | Rohre und Armaturen; dichtet nicht im Gewinde |
| R und Rp | R 3/4 | 55° | EN 10226-1 | Gewinderohre und Fittings; R ist kegelig (1:16) und dichtet im Gewinde |
| Tr | Tr 20×4 | 30° | ISO 2901 bis 2904, DIN 103 | allgemein, auch als Bewegungsgewinde |
Gewindearten im Vergleich
Metrisch, Zoll, Rohr oder Trapez: Norm, Flankenwinkel, Steigung und Einsatzzweck der sieben Gewinde, die in Werkstatt und Haustechnik am häufigsten vorkommen.
| M Regelmetrisch | UNCZoll | GRohrgewinde | |
|---|---|---|---|
| Norm und Profil | |||
| Norm | ISO 724, DIN 13-1 | ASME B1.1 (USA), BS 1580 (Vereinigtes Königreich) | ISO 228-1 (früher DIN 259) |
| Flankenwinkel | 60° | 60° | 55° |
| Form | zylindrisch | zylindrisch | zylindrisch |
| Maßsystem | metrisch (mm) | Zoll (inch), Gänge pro Zoll | Zoll-Größe, Gänge pro Zoll |
| Bezeichnung (Beispiel) | M 20x80 | 3/4-10 UNC | G 3/4 |
| Maße | |||
| Typische Steigung bzw. Gänge pro Zoll | M6: 1 mm · M10: 1,5 mm · M20: 2,5 mm | 1/4″: 20 · 1/2″: 13 · 3/4″: 10 · 1″: 8 Gänge pro Zoll | 1/8″: 28 · 1/4″ und 3/8″: 19 · 1/2″ bis 7/8″: 14 · ab 1″: 11 Gänge pro Zoll |
| Größenbereich | 1 bis 68 mm | Nr. 1 bis 4 Zoll (in der Tabelle) | 1/16 bis 6 Zoll |
| Kernlochbohrer (Beispiel) | M8: 6,8 mm | 1/4-20: 5,1 mm | G 1/2: 19,0 mm |
| Einsatz | |||
| Dichtet im Gewinde | nicht als Dichtgewinde aufgeführt | nicht als Dichtgewinde aufgeführt | nein: für nicht im Gewinde dichtende Verbindungen |
| Typische Anwendung | allgemein | Verbindungselemente mit Zollgewinde nach US-Normen | Rohre, Rohrverbindungen und Armaturen |
Zoll und Rohr
Drei Fallen beim Nachmessen
- 1/4-20 UNC ist kein M6. Der Durchmesser beträgt 6,350 mm, die Steigung 25,4 ÷ 20 = 1,27 mm statt 1 mm. Gebohrt wird mit 5,1 statt 5,0 mm.125
- G 1/2 ist nicht 12,7 mm dick. Die Zollgröße eines Rohrgewindes ist kein Maß am Gewinde: G 1/2 hat 20,955 mm Außendurchmesser und 14 Gänge pro Zoll.6 Das Kernloch dafür: 19,0 mm.2
- Dicht oder nicht dicht: G ist für Verbindungen gemacht, die nicht im Gewinde dichten. Das kegelige Außengewinde R dichtet zusammen mit dem zylindrischen Innengewinde Rp im Gewinde.4
Steigung oder Gänge
Wie Zollgewinde gezählt werden
Metrische Gewinde nennen die Steigung in Millimetern. Zoll- und Rohrgewinde nennen stattdessen, wie viele Gänge auf einen Zoll kommen, also auf 25,4 mm.15
| 1/4″ | UNC 20 · UNF 28 · Rohrgewinde 19 Gänge |
|---|---|
| 1/2″ | UNC 13 · UNF 20 · Rohrgewinde 14 Gänge |
| 3/4″ | UNC 10 · UNF 16 · Rohrgewinde 14 Gänge |
| 1″ | UNC 8 · UNF 12 · Rohrgewinde 11 Gänge |
Gänge pro Zoll nach Reyher, Tabelle 6.1
Festigkeitsklassen
Was 8.8, 10.9 und 12.9 bedeuten
Die zwei Zahlen auf dem Kopf einer Stahlschraube sind ein Code aus ISO 898-1. Die erste Zahl mal 100 ergibt die Zugfestigkeit in N/mm². Erste mal zweite Zahl mal 10 ergibt die Streckgrenze, bei 8.8 und darüber die 0,2-%-Dehngrenze.1
| Klasse | Rm Nennwert | Rm min. | ReL bzw. Rp0,2 Nennwert | ReL bzw. Rp0,2 min. | Bruchdehnung A min. |
|---|---|---|---|---|---|
| 4.6 | 400 | 400 | 240 | 240 | 22 % |
| 4.8 | 400 | 420 | 320 | 340 | – |
| 5.6 | 500 | 500 | 300 | 300 | 20 % |
| 5.8 | 500 | 520 | 400 | 420 | – |
| 6.8 | 600 | 600 | 480 | 480 | – |
| 8.8 (bis M16) | 800 | 800 | 640 | 640 | 12 % |
| 8.8 (über M16) | 800 | 830 | 640 | 660 | 12 % |
| 9.8 (bis M16)7 | 900 | 900 | 720 | 720 | 10 % |
| 10.9 | 1000 | 1040 | 900 | 940 | 9 % |
| 12.9 | 1200 | 1220 | 1080 | 1100 | 8 % |
Werte nach ISO 898-1 bei Raumtemperatur (ca. +20 °C), zitiert nach Reyher, Technische Informationen TI-232; 9.8 nach dem Norm-Auszug von Würth, denn Reyher führt diese Klasse nicht.17 Für 4.8, 5.8 und 6.8 nennen beide Tabellen keine Bruchdehnung an der abgedrehten Probe.17 Nach Norm sind Schrauben ab M5 mit Herstellerzeichen und Festigkeitsklasse zu kennzeichnen, Sechskantschrauben und Zylinderschrauben mit Innensechskant möglichst auf dem Kopf.1
Festigkeitsklassen im Vergleich
Stahlschrauben nach ISO 898-1 und Edelstahlschrauben nach ISO 3506-1 nebeneinander: Festigkeit, Dehnung, Härte, Werkstoff und Kennzeichnung. Werte aus den Technischen Informationen von Reyher und Würth.
| 8.8Stahl | 10.9Stahl | A2-70Edelstahl | |
|---|---|---|---|
| Festigkeit | |||
| Nennzugfestigkeit Rm, nom N/mm² | 800 | 1000 | – |
| Mindestzugfestigkeit Rm, min N/mm² | 800 (über M16: 830) | 1040 | 700 |
| Streckgrenze ReL bzw. 0,2-%-Dehngrenze Rp0,2, min N/mm² | 640 (über M16: 660) | 940 | 450 |
| Streckgrenzenverhältnis | 0,8 | 0,9 | ≈ 0,64 |
| Streckgrenze bzw. Dehngrenze bei +200 °C N/mm² | 540 | 790 | ≈ 360 |
| Verformung und Härte | |||
| Bruchdehnung A, min | 12 % | 9 % | 0,4 · d (in mm) |
| Vickershärte HV | 250–320 (über M16: 255–335) | 320–380 | – |
| Werkstoff und Kennzeichnung | |||
| Werkstoff und Wärmebehandlung | vergütet (abgeschreckt und angelassen): Kohlenstoffstahl, auch mit Zusätzen wie Bor, Mn oder Cr | vergütet (abgeschreckt und angelassen): Kohlenstoffstahl, auch mit Zusätzen wie Bor, Mn oder Cr, oder legierter Stahl | austenitischer Chrom-Nickel-Stahl, z. B. 1.4301; kaltverfestigt, nicht härtbar |
| Kennzeichnung | „8.8“ und Herstellerzeichen, möglichst auf dem Kopf | „10.9“ und Herstellerzeichen, möglichst auf dem Kopf | „A2-70“ (Stahlsorte und Festigkeitsklasse) und Herstellerzeichen |
| Farbcode für Gewindestangen (DIN 976) | verkehrsgelb | perlweiß | verkehrsgrün |
| Praxis | |||
| Passende Mutter (Festigkeitsklasse) | 8 | 10 | – |
| Gewindebereich der Tabellenwerte | Werte getrennt bis M16 und über M16 | – | bis M24; darüber nach Vereinbarung |
Mehr als zwei Zahlen
Was die Klasse noch verrät
- Ab 8.8 vergütet: Diese Schrauben werden gehärtet und angelassen; vorgeschrieben ist das ab 8.8.8 Die Klassen bis 6.8 sind aus Kohlenstoffstahl, 12.9 aus legiertem Stahl.9
- Härter, aber weniger dehnbar: Die Vickershärte steigt von 120 bis 220 HV bei 4.6 auf 385 bis 435 HV bei 12.9. Die Bruchdehnung sinkt von mindestens 22 % auf 8 %.1
- 9.8 nur bis M16: Darüber gibt es diese Klasse nicht.7
- Wärme kostet Festigkeit: 8.8 hat bei +200 °C noch 540 N/mm² Streckgrenze, bei +300 °C 480 N/mm². Dauereinsatz in der Wärme kann zu deutlicher Spannungsrelaxation führen.1
- Null davor: Schrauben mit reduzierter Belastbarkeit, etwa Zylinderschrauben mit niedrigem Kopf (DIN 7984), tragen eine vorangestellte Null: 08.8.1
Schraube und Mutter
Welche Mutter passt?
Bei Muttern ab einer Höhe von 0,8 d ergibt die erste Zahl der Schraubenklasse die Mutternklasse: Zu 8.8 gehört eine Mutter der Klasse 8, zu 10.9 eine 10.10 Eine Mutter der höheren Klasse darf im Allgemeinen statt der niedrigeren verwendet werden.10
Niedrige Muttern mit 0,5 d bis 0,8 d Höhe tragen eine vorangestellte Null, etwa 05: Sie können die Kraft einer Schraube wegen der geringen Bauhöhe nicht oder nur eingeschränkt aufnehmen.10
Keine Anzugsmomente. Für das richtige Anziehmoment sind die Reibverhältnisse in der Schraubenverbindung ausschlaggebend (Richtlinie VDI 2230).1 Deshalb nennen wir hier keine Werte: Sie gehören in die Unterlagen der Konstruktion oder des Herstellers.
Edelstahl
A2-70 und A4-80: so liest du Edelstahlschrauben
Auf nichtrostenden Schrauben stehen ein Buchstabe, eine Ziffer und eine Zahl. In A2-70 steht A für austenitischen Stahl, 2 für den Legierungstyp in dieser Gruppe und 70 für eine Zugfestigkeit von mindestens 700 N/mm².11
- Nicht härtbar: Austenitische Edelstähle lassen sich nicht durch Abschrecken härten; ihre Festigkeit bekommen sie durch Kaltverfestigung beim Umformen.12
- A2 oder A4: A2 ist die am häufigsten verwendete Sorte für gepresste Verbindungselemente. A4 ist mit Molybdän legiert, wird oft „säurefest“ genannt und ist deutlich korrosionsbeständiger.12
- Vorsicht bei Chlorid: A1 bis A3 sind nicht für Umgebungen mit Chlorid geeignet, etwa Schwimmbäder mit Chlor als Reinigungsmittel oder das Meer. A4 verträgt manche chloridhaltige Umgebungen, Schwimmbäder mit Chlor als Reinigungsmittel und viele maritime Umgebungen aber ebenfalls nicht.12
- Magnetisch? Geglüht sind austenitische Stähle normalerweise nicht magnetisch; die Kaltumformung bei der Herstellung kann aber Restmagnetismus hinterlassen.12
- Kennzeichnung ab M5 mit Herstellerzeichen, Stahlsorte und Festigkeitsklasse, also zum Beispiel „A2-70“.12
ISO 3506-1
Festigkeit von A2 und A4
| Klasse | Rm min. | Rp0,2 min. | A min. |
|---|---|---|---|
| 50 | 500 | 210 | 0,6 d |
| 70 | 700 | 450 | 0,4 d |
| 80 | 800 | 600 | 0,3 d |
Schraubensicherung
Warum sich Schrauben lösen
Eine Schraubenverbindung hält, solange die Vorspannkraft bleibt. Reyher unterscheidet nach DIN 25201-4 zwei Wege, auf denen sie verloren geht: das Lockern und das selbsttätige Losdrehen.14
Lockern
Die Verbindung setzt sich
Kriechen und Setzen, also das Einebnen von Oberflächenrauheiten, lassen die Vorspannkraft sinken, unter Umständen bis auf null. Je mehr Trennfugen, desto mehr Setzen: Jede unnötige Unterlegscheibe bringt eine zusätzliche Fuge.14
Weiche Scheiben nach DIN 125 mit 140 HV gehören deshalb nicht in eine hochfeste Verbindung ab 8.8. Größere Klemmlängen, etwa mit Dehnhülsen oder Dehnschaftschrauben, fangen Setzverluste besser auf.14
Losdrehen
Querkräfte drehen die Mutter auf
Verschieben sich die Bauteile unter wechselnder Querlast gegeneinander, entsteht ein Losdrehmoment, das die Selbsthemmung im Gewinde und an den Auflageflächen überwinden kann. Je nach Frequenz der Lastwechsel lockert sich die Verbindung und fällt schließlich auseinander.14
Dagegen helfen eine höhere Vorspannkraft, eine elastischere Schraube, mehr Reibung, Passschrauben oder Stifte gegen Querschlupf, sperrende Elemente und Klebstoff.14
| Sicherung | Was sie leistet | Zu beachten |
|---|---|---|
| Verliersicherung | verhindert das Auseinanderfallen, aber nicht den Verlust an Vorspannkraft; etwa Muttern mit Klemmteil, klemmende Beschichtungen, gewindefurchende Schrauben | in der Regel bleiben etwa 20 % der Vorspannkraft |
| Losdrehsicherung | verhindert das selbsttätige Losdrehen: Formschluss über Sperrzähne oder -rippen, Keilsicherungsscheiben oder Klebstoff | die Vorspannkraft fällt in der Regel nicht unter 80 %; Sperrzähne verändern die Reibwerte stark |
| Klebende Sicherung | Mikrokapseln mit Kleber und Härter auf dem Gewinde oder anaerober Flüssigklebstoff; sichert und dichtet zugleich, in der Regel nach 24 Stunden | je nach Produkt nur bis 110 bis 200 °C belastbar |
Kernloch
Erst bohren, dann schneiden
Bevor ein Innengewinde geschnitten wird, kommt das Kernloch. Die Faustregel: Kernlochdurchmesser ≈ Nenndurchmesser − Steigung. Bei M8 also 8 − 1,25 = 6,75 mm; gebohrt wird mit 6,8 mm.215
Die Herstellertabelle nennt dazu, zwischen welchen Grenzen der Kerndurchmesser des Muttergewindes liegen darf: bei M8 von 6,647 bis 6,912 mm (Toleranzklasse 6H).2
Die häufigsten Größen
| Gewinde | Steigung P | Kernlochbohrer |
|---|---|---|
| M3 | 0,50 mm | 2,50 mm |
| M4 | 0,70 mm | 3,30 mm |
| M5 | 0,80 mm | 4,20 mm |
| M6 | 1,00 mm | 5,00 mm |
| M8 | 1,25 mm | 6,80 mm |
| M10 | 1,50 mm | 8,50 mm |
| M12 | 1,75 mm | 10,20 mm |
| M16 | 2,00 mm | 14,00 mm |
Gewinde reparieren
Ausgerissen? Ein Gewindeeinsatz aus Draht
Ein Gewindeeinsatz aus Draht ist eine Spirale aus Draht mit rautenförmigem Querschnitt. Gewickelt hat sie zwei Gewindeprofile: außen für das vorbereitete Aufnahmegewinde im Werkstück, innen für die Schraube.17
- Er ersetzt beschädigte oder abgenutzte Gewinde und dient von Anfang an als hoch belastbares Innengewinde, in metallischen wie in nichtmetallischen Werkstoffen.17
- Genormt ist er in DIN 8140; Teil 2 regelt das Aufnahmegewinde, Kurzzeichen EG M.417
- Form A ist zylindrisch. Form B hat in der Mitte klemmende Windungen gegen selbsttätiges Lösen und ist rot gefärbt.17
- Standardwerkstoff ist Edelstahl 18.8 (A2). Die Nennlänge, etwa 1,5 d, hängt vom Werkstoff des Werkstücks und von der Festigkeitsklasse der Schraube ab.17
- Ablauf: bohren, Aufnahmegewinde schneiden, Einsatz eindrehen, den Mitnehmerzapfen an der Kerbe abbrechen.17

Auf dem Kanal
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Begriffe
Im Lexikon
AußengewindeInnengewindeNenndurchmesserKerndurchmesserSteigungFlankenwinkelRegelgewindeFeingewindeLinksgewindeUNC und UNFRohrgewinde G und RTrapezgewindeKernlochKernlochbohrerGewindebohrerToleranzklasse 6HFestigkeitsklasseZugfestigkeitStreckgrenzeDehngrenzeBruchdehnungVergütenMutter-FestigkeitsklasseA2 und A4LosdrehsicherungGewindeeinsatz aus DrahtAnzugsmomentInnensechskantInnensechsrund
Für die Werkbank
Der Gewinde-Spickzettel
Eine Seite zum Ausdrucken: metrische Regel- und Feingewinde mit Steigung, Kernlochbohrer und Kerndurchmesser, dazu die Faustregel fürs Kernloch. Jeder Wert mit Quelle.
- M1 bis M24 und 17 gängige Feingewinde
- Kernlochbohrer nach Herstellertabelle, mit Toleranz des Muttergewindes
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Quellen
- F. Reyher: Technische Informationen (Stand 04/2020): Gewinde-Arten und Gewinde-Herstellung (TI-220), Gewindesteigungen (TI-224), Reibung und Anziehmoment (TI-225), Festigkeitsklassen und Kennzeichnung (TI-232) · geprüft am 21. Oktober 2026
- Hartner GmbH: Kernlochdurchmesser für das Gewindeschneiden (Plakat, Juli 2025) · geprüft am 21. Oktober 2026
- F. Reyher: Technische Informationen (Stand 04/2020): Gewinde-Profil, Toleranzen und Grenzmaße (TI-220 bis TI-222, Tabellen 2 und 4) · geprüft am 21. Oktober 2026
- Austrian Standards: Fachinformation 25 „Gewinde – Übersicht“ (Komitee 029 Mechanische Verbindungselemente, 2017) · geprüft am 21. Oktober 2026
- Würth: Technische Informationen zu Verbindungselementen, 1.8 Zollgewinde (Umrechnung Zoll/mm, Gänge UNC/UNF), Katalogseite 09147, Stand 07/2005 · geprüft am 21. Oktober 2026
- REMS GmbH: Gewindetabellen (Rohrgewinde und Bolzengewinde) · geprüft am 21. Oktober 2026
- Würth: Technische Informationen zu Verbindungselementen, 1.3 Festigkeitsklassen von Schrauben (Tab. 2, Auszug aus DIN EN ISO 898-1), Katalogseite 09141, Stand 07/2005 · geprüft am 21. Oktober 2026
- Würth: Technische Informationen zu Verbindungselementen, 4.5 Wärmebehandlung (Vergüten, Einsatzhärten, Glühen), Katalogseiten 09162 und 09163, Stand 07/2005 · geprüft am 21. Oktober 2026
- Würth: Technische Informationen zu Verbindungselementen, 1.1 Werkstoffe für Verbindungselemente (Tab. 1, Auszug aus DIN EN ISO 898 Teil 1), Katalogseite 09137, Stand 07/2005 · geprüft am 21. Oktober 2026
- F. Reyher: Technische Informationen (Stand 04/2020): Metrische Muttern aus Stahl (TI-233, Tabelle 3) · geprüft am 21. Oktober 2026
- Würth: Technische Informationen zu Verbindungselementen, 2 Rost- und säurebeständige Verbindungselemente (Bezeichnungssystem), Katalogseite 09148, Stand 07/2005 · geprüft am 21. Oktober 2026
- F. Reyher: Technische Informationen (Stand 04/2020): Verbindungselemente aus nichtrostenden Stählen (TI-236 und TI-237) · geprüft am 21. Oktober 2026
- Würth: Technische Informationen zu Verbindungselementen, 2.1.1 Festigkeitseinteilung von Edelstahlschrauben (Tab. 16, Auszug aus DIN EN ISO 3506-1), Katalogseite 09149, Stand 07/2005 · geprüft am 21. Oktober 2026
- F. Reyher: Technische Informationen (Stand 04/2020): Sichern von Schraubverbindungen (TI-256 und TI-257) · geprüft am 21. Oktober 2026
- BAER Tools: Lexikon „Abmessung“ (Faustregel für das Kernloch) · geprüft am 20. Oktober 2026
- Universität Regensburg, Feinmechanikwerkstatt: Gewinde (Kernlochbohrungen) · geprüft am 20. Oktober 2026
- F. Reyher: Technische Informationen (Stand 04/2020): Gewindeeinsätze aus Draht (TI-150 und TI-151) · geprüft am 21. Oktober 2026
Das Prüfdatum steht bei jeder Quelle. Fehler entdeckt? Schreib an hallo@gewindeundgetriebe.de.
Technik verständlich erklärt · unabhängig, ohne Herstellerlogos · YouTube @gewindeundgetriebe